Geschichte des neu-atlantischen Imperiums

Die Verbindung von Milchstraße und Andromeda: -406 NAZ

Wir schreiben das Jahr 3000 irdischer Zeitrechnung. Vor etwa 50.000 Jahren betraten die Droidoner die Milchstraße. Sie verwendeten dazu eine Art Teleportationstor-Technologie, dessen Energie sich vermutlich aus einem schwarzen Loch speiste. Die Droidoner sind ein Imperium einer Maschinen-Intelligenz-Spezies aus der Galaxie Andromeda. Ihre Vergangenheit liegt im Dunkeln, vermutlich wandten sie sich gegen ihre Erbauer.

Die erste Intelligenz auf die sie in der Milchstraße trafen waren die Psioniden, eine friedfertige telepathisch-begabte Rasse. Irgendjemand muss sich damals unbedachterweise aggressiv gegen die Droidoner verhalten haben. Ihre kollektive Intelligenz klassifizierte dadurch die gesamte Milchstrasse als Bedrohung.
Die stärkste lokale Macht der Milchstraße vor 50.000 Jahren war das Imperium der Atlanter. Einen Atlanter könnte man vermutlich kaum von einem heutigen Menschen unterscheiden. Hoch-Atlanter sind schlank, groß, haarlos und haben Rippenplatten. Die Artverwandtheit vieler heutiger humanoider Spezies, inklusive Terraner und Meani, könnte mit ihrer Abstammung von den Atlantern zu erklären sein.
Für die Droidoner war das Ziel klar: Auslöschung aller Bedrohungen angefangen mit der Stärksten. Also begannen sie mit ihren schier unendlichen Resourcen einen Krieg gegen die Atlanter. Durch ihre Teleportationstore kam Schiff um Schiff in die Milchstraße. Auch wenn diese Schiffe technisch nicht an die der Atlanter herankamen, so war es doch ihre gewaltige Zahl die erdrückend war. Nach Jahrhundertelangem Abwehrkampf war das Imperium der Atlanter am Ende. Der atlantische Kodex, das weit fortgeschrittene komplizierte Moralsystem der Atlanter war inzwischen stark umstritten. Die Wahren Atlanter, wie sie sich selbst nannten, hatten sich inzwischen als militaristische führungsorientierte Gruppierung im atlantischen Imperium ausgeprägt. (Je nach Blickwinkel kann man sie auch als faschistoid bezeichnen.) Der Renegat Xanthor, wohl der begabteste Bio-Wissenschaftler von Atlantis war eine große Hoffnung der Wahren Atlanter. Er züchtete Spezies für den Krieg um Atlantis zu retten und verstieß damit gegen den Kodex.

Gegenschlag der “Rache von Atlantis”

In der Endphase des Krieges bauten die Atlanter im Orbit von Atlantis an einem Superschlachtschiff, der “Rache von Atlantis”. Sie war die letzte Hoffnung auf eine Wende im Krieg um ihren Untergang. Das Schiff war mit neuester Bewaffnung und Schildtechnologie ausgerüstet, war 4 km lang und hatte 10.000 Atlanter als Besatzung. Darüberhinaus viele Tausend “Bundesgenossen”, andere Spezies, die sich den Atlantern angeschlossen hatten. Ein Trumpf des Schiffs jedoch war insbesondere die Tarnfeldtechnologie. Admiral Reanides war der Kommandant der “Rache”. Er war ein erfahrener Befehlshaber und eine Integrationsfigur, sowohl von den Wahren Atlantern als auch den Befolgern des Kodex anerkannt. Die Atlanter hatten einen Computervirus eines unbekannten genialen Programmierern erbeutet sowie die berüchtigte Kernbrandbombe.
Reanidas’ Plan war es getarnt das Teleportationstor in Gegenrichtung nach Andromeda zu benutzen. In Andromeda sollte dann die Zentralwelt der Droidoner mit der Bombe vernichtet werden, sowie die Droidoner durch den Virus infiziert werden, der sich über ihre Kommunikationswege verbreitet. Als die “Rache” startete war es jedoch reichlich spät. Die Tarntechnologie brachte das Schiff unbemerkt an der Bewachung der Droidoner vorbei, direkt zum Teleport-Tor. Dort erhielt Reanidas jedoch den Hyperfunkspruch dass der Angriff der Maschinenintelligenz auf die Zentralwelt Atlantis bereits begonnen hatte. Die “Rache” durchflog das Tor und kam in den Kern der Galaxis Andromeda. Reanides sah immer neue Flottenverbände das Tor passieren in Richtung Milchstraße. Er befahl die Kernbrandbombe gegen das Tor selbst einzusetzen, das auf der Andromeda-Seite dagegen ungeschützt war. Der Plan gelang, die einzige Verbindung zwischen Andromeda und Milchstraße war zerstört. Aber den Atlantern an Bord der “Rache von Atlantis” war somit auch die Rückkehr verbaut. Eine Rückkehr durch die gigantische Leere zwischen den Galaxien war ausgeschlossen. Sie erfuhren es nie, sie konnten es nur ahnen dass ihre Heimatwelt Atlantis dem Untergang geweiht war.
Die Attacke auf das Tor machte die “Rache” vom Jäger zum Gejagten. Das Tarnfeld war durch den Angriff deaktiviert und alle Droidonerschiffe vor Ort eröffneten das Feuer.

Irrfahrt und Kollaps der Droidoner -3 NAZ

Schwer beschädigt konnte das Schiff entkommen, dadurch dass in letzter Sekunde das Tarnfeld wieder aktiv wurde. Reanides war keineswegs am Ende. In einem genialen Schachzug gelang es ihm später durch ein “trojanisches Pferd” Manöver den Droidonern den Virus einzuschleusen indem er ein großes Beiboot mit vermeintlich wertvollen Daten zurücklies.

Der Virus verbreitete sich und durch seine geniale Machart brachte er mit Jahren Verzögerung das gesamte Imperium der Droidoner zum Erliegen.Nur vereinzelte Maschinen konnten durch Deaktivieren ihrer “Ratio” dem Schaltkreis-Tod entgehen. Der Preis war ein aus menschlicher Seit irres Verhalten.
Die “Rache” hatte diese Jahre damit verbracht einen Teil Andromedas zu erkunden. Sie mied den Spiralarm der Andromedagalaxis der vollständig von Droidonern besiedelt schien. Als der Virus den Feind lahmlegte war es höchste Zeit. Denn sämtliche Fusionsreaktorkerne der “Rache” waren aufgebraucht. Das Schiff war nur noch zu Notbetrieb fähig.

Gründung von Neu-Atlantis: 1 NAZ

Reanides hatte sich in einem aus Droidoner-Sicht abgelegenen Spiralarm vor dem Notbetrieb bereits einen geeigneten erdähnlichen Planeten ausgesucht mit zwei Monden. Die zehntausend Exilanten nannten den Planeten Neu-Atlantis, der einzige im System einer gelben Sonne. Reanides ließ die “Rache” auf den Planeten aufsetzen. Sie wurde zum Kern einer Stadt. Wenn auch Teile ihrer Hülle demontiert wurden, so steht ihr Gerüst noch heute als Nationalheiligtum und beherbergt den Rat. Mit der Landung begann das Jahr 1 neu-atlantischer Zeitrechnung (NAZ).

Die Jahre des Verbergens und Erkundens in ständiger Gefahr der Entdeckung hatte die Spannungen in der Besatzung sichtbar gemacht. Ein Teil der Besatzung war den Wahren Atlantern zugetan, ein anderer Teil dem Kodex. Bei der Besiedlung von Atlantis wurden die rein militärischen Strukturen allmählich in politische Strukturen umgewandelt. Ein Rat wurde gegründet im Jahr 7 NAZ. Reanides achtete auf Konsens und so waren beide Gruppierungen der Atlanter sowie in kleinerem Maße auch Spezies der Bundesgenossen vertreten. Für Entscheidungen war stets eine Zweidrittelmehrheit nötig. “Der rote Rat”, so nannten sich die entsprechenden Ratsmitglieder in Rot-Schwarz, die im Sinne der Wahren Atlanter auf militärische Stärke und straffe Regeln setzten. “Der Blaue Rat” in Blau-Weiß gegenüber achtet im Gegenzug dem Kodex der Atlanter auf ethisches Handeln in Friedfertigkeit, sei es wahrhaftig oder zum Schein. Es gab aber auch Atlanter die sich auf keine der beiden Seiten festlegen wollten.

Alle Ratsmitglieder waren sich einig Reanides als Staatsoberhaupt zu behalten.

Aufstieg eines neuen Imperiums

Die Exilanten mehrten sich auf natürlich Weise und mit Hilfe von Klontechnologie. Sie bauten so schnell sie konnten ihren Planeten auf. Die Beiboote der “Rache”, immer noch stattliche Schiffe dienten als Flotte. Weitere Sternensysteme wurden besiedelt und ihre Rohstoffe Neu-Atlantis zugeführt. Immer saß den Exilanten die Angst im Nacken dass die Droidoner sich von ihrem Kollaps erholen könnten und plötzlich in erdrückender Übermacht auftauchen könnten. Aber die Jahre vergingen ohne dass von den Feinden eine Spur erkennbar war.

Die Spannungen im Rat waren teilweise groß. Nur Reanides schaffte es die Wogen zu glätten und immer wieder konstruktive Kompromisse herbei zu führen. Im Jahre 217 NAZ waren die Tricks der lebensverlängernden Maßnahmen für ihn allmählich zu Ende. Der Rat sah seinen nahenden Tod als heraufziehende Katastrophe denn es gab keinen geeigneten Nachfolger, der von den polarisierten Lagern anerkannt werden würde. Reanides selbst hatte, geschmeichelt von allen, niemand als so geeignet identifizieren können wie er selbst.

Ein letzter Trick musste herhalten. Ein genialer Wissenschaftler der Wahren Atlanter führte kontrolliert Reanides’ Tod herbei. Im Augenblick des Todes wurde sein Gehirn mit einer Maschine bewahrt. Bis heute steht im Kern der “Rache von Atlantis” eine Maschine mit einem Gehirn unter einer Glaskuppel. Der “Ewige Regent” hat seither die Geschicke des Neu-Atlantischen Imperiums in der Andromeda Galaxie geleitet.

Dämmerung des Neu-Atlantischen Imperiums: 49604 NAZ

Heute schreiben wir das Jahr 49604 NAZ. Das neuatlantische Imperium hat Hunderte von Welten besiedelt, konnte sich äußeren Feinden widersetzen. Ein Weg von Andromeda zur Milchstraße wurde nie gefunden.

Das Imperium ist nun am Ende. Der Ewige Regent ist über die Jahrtausende trotz der Maschinen und aller Bemühungen immer weiter verfallen. Er äußert sich nur noch alle paar Monate und das meist unverständlich wirr und in Rätseln. Der Rat ist gelähmt. Es gibt keine Mehrheiten. Auch wenn die alten Fraktionen in komplexere politische Untergruppierungen zerfallen sind. Die konservierten Strukturen der Gesellschaft ermöglichten keinen Wandel und keine Neuentwicklung. Stattdessen greifen Intrigen um sich. Die Zentralgewalt funktioniert nicht mehr richtig, gelähmt durch Korruption und politische Lähmung. Regional versuchen lokale Machthaber, Statthalter und Industriemagnaten die Macht in die Hand zu nehmen um sich für den bevorstehenden Kollaps des Imperiums zu wappnen und in günstige Ausgangspositionen zu bringen. Vereinzelt sind auch lokale Bürgerkriege ausgebrochen.

Niemand wagt es den Ewigen Regenten anzuzweifeln, sein Wort ist nach wie vor Gesetz. Auch wenn insgeheim fast jeder denkt dass dort nur noch kaputte Biomasse in uralten Geräten liegt.

Das Militär ist gebunden in einigen wenigen schwelenden Konflikten mit äußeren Mächten. Im Inneren sind Ordnungsmächte dünn gesäht. Imperiale Beamte zweigen Resourcen oft zu ihrem eigenen Nutzen ab.

Die zentralistisch organisierte Produktion des Militärapparats hat versagt nach einem langen schleichenden Niedergang. Da auf vielen Welten Rohstoffe ausgebeutet wurden und nicht genügend neue erschlossen wurden sind Ersatzteile knapp und die Flotte ist in weit schlechterem Zustand als noch vor Jahrhunderten. Es ist die Zeit gekommen für clevere Geschäftemacher, die sich darauf verstehen die nicht funktionierenden Strukturen zu ersetzen. Ein Aufstieg von Konzernen ist im Gange.

Jeder hat eine andere Antwort darauf wie er mit dem vorherzusehnden Untergang dieses Imperiums umgehen wird…

Geschichte des neu-atlantischen Imperiums

Vista Andromeda thorcortex